Geschichte des Zug St. Georgen
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Seit der Nachkriegszeit gab es auch in der Gemeinde St.Georgen sogenannte Gemeindesanitäter. Die Feuerwehr liess Sanitäter ausbilden, damit dem aktiven Feuerwehrmann während eines Einsatzes Erste Hilfe geleistet werden konnte. Ein Pionier auf dem Sanitätswesen, vorerst in Eching, war Bruno Lederer. Schon bald nach seiner Lehrzeit hat er sich zum Helfer ausbilden lassen und hat dann bei der Feuerwehr von Franz Eder (Felixen Franz) die Funktion eines Sanitäters übernommen. |
| Die Bevölkerung von Eching und Umgebung wusste, dass Bruno Lederer zu jeder Zeit helfen würde. Nach Unfällen Zuhause, in der Landwirtschaft oder im Betrieb, war meistens der erste Weg zum Bruno, der auch gleich zu helfen wusste und nötigenfalls den Kranken oder Verletzten mit seinem eigenen Pkw ins Krankenhaus brachte. So mancher nannte ihn ironisch "Dr.Lederer". Viele davon nahmen aber im Notfall gerne seine Hilfe in Anspruch. Weil in unserer Gemeinde kein Arzt praktizierte, war Lederer mit der Zeit überlastet. Der Rettungswagen, der früher im Krankenhaus Oberndorf stationiert war, wurde nach Salzburg abgezogen und dadurch war die Überlastung Lederers sehr gross. Nur durch weitere Helfer konnte er entlastet werden. Bruno wusste, dass Interesse an einem Ausbildungskurs bestand. | ![]() |
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So besprach er sich mit dem damaligen Landesrettungskommandanten Petertill sen., der seine volle Unterstützung versprach. Lederer konnte deshalb einen Erste-Hilfe-Kurs gemeinsam mit der Feuerwehr Eching ausschreiben. Am15. März 1959 begann in der Volksschule Obereching der erste Kurs. Angemeldet waren 53 Teilnehmer, von denen aber nicht alle bis zum Ende des Kurses durchgehalten haben. Referent war der damalige Sprengelarzt Dr. Wendt aus Oberndorf. Der Landesverband Salzburg schickte Herrn Mlcack, der mit den Kursteilnehmern das Anlegen der verschiedensten Verbände sowie die wichtigsten Bergungsgriffe und Techniken, und die Beatmung übte. Nach bestandener Prüfung haben sich viele unserer Helfer zusammengetan und haben freiwillige Rettungsdienste für Oberndorf und Urlaubsaushilfen in Salzburg übernommen.

In der Zwischenzeit hatte Oberndorf wieder ein Rettungsauto (Mercedes). Diesen Wagen holten wir uns für unsere Dienstzeit nach Obereching, und machten damals im "kleinen Zimmerl" (Archiv) im Gemeindehaus Dienst. Wir durften das Amtstelefon benutzen und hatten amerikanische Feldbetten im heutigen Archiv aufgestellt. 1964 übersiedelten wir dann in die Baracke des Kulturbauamtes Untereching, wo wir einen Raum erhielten. Endlich waren wir in einem Raum, der nur uns gehörte!

Die Freude währte aber nicht lange, denn im Winter war es grimmig kalt und wir bekamen nachts oft einen unliebsamen Besuch von Ratten.
Im Oktober 1965 wurde unsere Telefonnummer 32615 ins Lagerhausgebäude eingeleitet. Die Begeisterung für den freiwilligen Hilfsdienst war gross. Zeitzeuge Miller weiss noch genau, wie eine Gruppe zum ersten Einsatz ausfuhr.
Einen jungen Mann mit einem Herzinfarkt mussten sie von der Landesgrenze ins Krankenhaus bringen. "Und wie deprimiert waren wir alle, weil unser erster Patient während der Fahrt verstorben ist."
In der folgenden Zeit lief dann ein zweiter Kurs an, der hauptsächlich von Bürmoosern besucht wurde. Der dritte Kurs in Obereching wurde für Teilnehmer aus Lamprechtshausen abgehalten. Diese Kurse hielt der Primarius des Oberndorfer Krankenhauses Dr.Rüdiger Damisch. Und nach jedem Kurs wurden, dem Beispiel der Echinger folgend, auch in Bürmoos und Lamprechtshausen Rot-Kreuz-Gruppen gegründet. Wir nannten uns dann Rot-Kreuz-Zug St.Georgen und unterstanden dem Landesverband Salzburg.
Auch Uniformen hatten wir vorerst noch gar keine. Wir bekamen aus Salzburg abgelegte Hosen, Blusen und Kappen. Hemden kauften wir uns selbst. Wem keine Hose passte, der verschaffte sich selbst eine zur Uniform. Oftmals passten die Blusen absolut nicht! Aber dies störte uns wenig.
Es wurde für alle vier Züge ein Dienstplan aufgestellt. In vierwöchentlichem Turnus machten wir Wochenend- und Feiertagsdienst. Wenn wir einen Wochentags-Tagdienst übernehmen mussten, durfte der Fahrer den Wagen bei sich Zuhause einstellen. Im Falle einer Ausrückung wurde der Beifahrer abgeholt, und zum Einsatzort gefahren. Dies war zwar nicht ideal, aber schneller waren wir immer noch, als hätte ein Fahrzeug von Salzburg kommen müssen.
Die vier RK-Züge unterteilten sich in die Abteilung 3 (Oberndorf-St.Georgen) mit dem Abteilungskommandanten Bruno Lederer und seinem Stv. Andi Grösslhuber, dem damaligen Verwalter des Oberndorfer Krankenhauses, und die Abteilung 4 (Bürmoos - L`hausen). Wir unterstanden aber immer noch der Rettungskolonne Salzburg. Ab 1969 hatten wir auch ein neues Zuhause. Als die Volksschule Obereching renoviert wurde, hat man die Mutterberatungsstelle mit einem Telefon ausgestattet. Es gab einen Telefonraum, einen Mannschaftsraum und ein Klosett.
Damit waren die Voraussetzungen für eine normale Abwicklung des Rot-Kreuz Dienstes gegeben. Als dann das neue Krankenhaus in Oberndorf gebaut wurde übersiedelten wir dorthin. Alle Transportanforderungen liefen beim Krankenhaus ein. Wir sassen an der Quelle. Und es gefiel uns sehr gut. Nun starteten beide Abteilungen in ihrem Gebiet Sammelaktionen und es wurden zwei neue Rettungswagen angeschafft. Wir hatten auch schon den Funk eingebaut und konnten damit jederzeit erreicht werden. Wir blieben nicht lange in Oberndorf, denn als die Gendarmerie ins Duswald-Haus in Lamprechtshausen einzog, wurde auch für das Rote Kreuz eine Garconniere gemietet.
Der Zug Oberndorf blieb im Krankenhaus, wir St.Georgener gingen in die neue Einsatzzentrale. Die vier Züge wurden später eine Bezirkstelle Flachgau - Nord. Aber auch hier blieben wir nicht lange. Inmitten von Lamprechtshausen wurde eine Feuerwehrzentrale für die nördlichen Gemeinden des Flachgaues gebaut. Und in diesem Haus wurde auch eine grosszügige Einsatzstelle des Roten Kreuzes, Flachgau - Nord, errichtet. Da bekamen wir einen eigenen Funk und auch der Katastrophenzug konnte im gleichen Hause untergebracht werden.
Im Jahr 2000 übersiedelten wir in den Neubau der heutigen Dienststelle, die nicht nur von der einsatztaktischen Ausrichtung alle Möglichkeiten verbesserte, sondern auch genügend Platz und Komfort für alle SanitäterInnen bietet (Schulungsraum mit Beamer, großer Leitstellenraum, getrennter Ruheraum, sowie Freizeitraum mit Billiardtisch und getrennte Schlafräume, sowie natürlich Duschen und WC.
Ab 1. Juli 2007 wurden alle Dienststellen Flachgau zum Bezirk Flachgau zusammengefasst und der Abschnitt Flachgau Nord mit dem Zug St. Georgen steht seit dem unter dem Kommando von RR Abschn.kdt. Harald Stangl. Im November 2007 wurde ELEKTRA+ ein PC basiertes Einsatzverwaltungsprogramm auch im Abschnitt Nord eingeführt und seit dem werden alle Einsätze und Aufträge vom PC aus disponiert und auf die Terminals in den Fahrzeugen übertragen.
Am 9. und 10 Mai feierten wir das 50jähriges Bestandsjubiläum des Rotkreuz-Zuges St. Georgen.
Am Samstag, den 09. Mai 2009 empfingen wir alle örtlichen Vereine und zahlreiche Ehrengäste aus Kirche, Politik und des Roten Kreuzes, und zelebrierten unseren Festakt im Pfarrhof der Dekanatskirche St. Georgen. Nach dem Festgottesdienst und Ansprachen wurden Auszeichnungen an
überreicht.
Anschließend feierten wir mit allen Gästen im Zelt beim Sigl Haus. Musikalisch unterstützten uns die St. Georgener Musikanten.
Am Sonntag, den 10. Mai 2009 waren alle ehemaligen Mitglieder sowie natürlich die Bevölkerung eingeladen. Es entwickelten sich nette Gespräche über Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Musikalisch wurde der Frühschoppen von der TMK St. Georgen begleitet.
Lederer Bruno von 1959 bis 1969
Miller Hannes von 1969 bis 1970
Pircher Peter von 1970 bis 1972 und von 1978 bis 1984
Penninger Josef von 1972 bis 1974
Ramböck Fritz von 1974 bis 1978
Eder Manfred von 1978 bis 1978 und von 1984 bis 1988
Penninger Johann von 1988 bis 1997
Kreiseder Karl von 1997 bis 2002
Steinkogler Helmut von 2002 bis 2007
Maier Edmund vont 28.6.2007 bis 30.6.2010
Koths Martin seit 01.07.2010